Das Ursulinenkloster in Duderstadt

Weihnachten 2017

 

Könige aus fernen Ländern weisen uns auf den Stern hin. Eigentlich ist es nur der eine, der auf den Stern verweist, der andere? Sagt er nicht eher: „In mir lebt Er schon, den ich gesucht.“ Für ihn scheint das Heil, das in die Welt gekommen ist, schon Gewissheit zu sein.

Die beiden Könige gehören zu einem Sandsteinrelief aus den Jahren 1430-1440 im Erfurter Ursulinenkloster. Das vollständige Relief zeigt: Sie sind im Stall angekommen, um Ihm, dem König der Könige, zu huldigen. Während der erste (auf diesem Bild nicht zu sehen) schon anbetend vor dem Kind kniet, schauen diese beiden Könige – erfüllt von der Gewissheit, Gott selbst im Kind zu begegnen – in eine ferne Zukunft. Und in der Erfahrung, den Herrn der Herren gefunden zu haben, spiegeln ihre Gesichter und ihre Gesten das prophetische Wort des Jesaja wieder:


„Auf, werde Licht, Jerusalem, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir.
Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz.
Blick auf und schau umher:
Du wirst es sehen, und du wirst strahlen, dein Herz bebt vor Freude und öffnet sich weit.
Denn der Reichtum des Meeres strömt dir zu, die Schätze der Völker kommen zu dir.“ (Jes. 60.1-3, 4a, 5)

Von diesem Licht berührt mögen Sie, liebe Besucher/innen unserer Homepage, das Fest der Geburt unseres Herrn feiern – und möge dieses Licht das ganze Jahr hindurch Sie begleiten!
 

Weihn. 2017P1190331 klein(3)

Text und Foto: Sr. Ingeborg Wirz OSU

Dezember- Advent 2017

 

Ein Stern in dunkler Nacht.


Advent heißt, warten auf den Herrn – trotz dunkler Nacht. Es heißt, sich immer neu auf den Weg machen, trotz dunkler Nacht. Aber auf den Weg müssen wir uns machen, denn Gott wartet auf uns, will sich finden lassen, und er schickt uns einen Stern, damit die Nacht hell wird, denn er will sich finden lassen. So beten wir im Kyrie der Adventszeit:


„Licht, das die Nacht erhellt, Trost der verlornen Welt, Christus erbarme dich.“ (GL 158)

Und das Licht ist so stark, dass es zur Zeit der Geburt Christi den Weisen aus dem Morgenland den Weg zur Krippe gewiesen hat, es war ein sehr weiter Weg.

 

Lassen auch wir uns vom Stern leiten, Gott lässt sich finden.

 

Adventsstern

Text und Foto: Sr. Ingeborg Wirz OSU

 November 2017

 

Der November ist ein dunkler Monat, und doch beginnt er im Kirchenjahr mit dem Fest Allerheiligen, es folgt das Totengedenken am folgenden Tag, Allerseelen

Der Aachener Dom spiegelt etwas von dieser Spannung, in der wir leben: Glanz und Leid, Licht und Dunkel, Frohmachendes und Bedrückendes, sie sind ständige Begleiter in unserem Leben.

Die großartige Gestalt des Aachener Domes zeigt mehr als eine Spannung zwischen Licht und Dunkel, es weist hin auf ein himmlisches Jerusalem, auf ein Wort des Propheten Jesaja:

„Denn siehe, (spricht der Herr), ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, an das Frühere wird man nicht mehr denken, es kommt nicht mehr in den Sinn. Vielmehr wird man sich freuen und immerdar frohlocken über das, was ich schaffe. Denn seht, ich schaffe Jerusalem um zum Frohlocken und mein Volk zum Jubel. Ich selbst will über Jerusalem frohlocken und mich über mein Volk freuen; nicht soll man fürder darin Weinen und Wehklagen hören.“ (Jes.65, 17-19)

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Nov-klein. 2017 (002)

Foto und Text: Sr. Ingeborg Wirz OSU

Die Baumeister des Domes wollten ein Bild schaffen vom himmlischen Jerusalem: Gott selbst schafft einen neuen Himmel und eine neue Erde, ohne Dunkelheit und Schatten, Gott wandelt Dunkelheit und Leid in Licht und Freude, und er selbst ist Garant dieser Freude.

Das ist unsere Hoffnung, sie strahlt in die dunklen Tage des Novembers, in die dunklen Tage unseres Lebens.