Das Ursulinenkloster in Duderstadt

April 2018

 

Ostern –

Fest der Auferstehung des Herrn

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Bernwards-Türen im Dom zu Hildesheim
 

Das Foto zeigt die Begegnung der drei Frauen am leeren Grab, von denen das Markus-Evangelium berichtet, dargestellt auf den Hildesheimer Bernwardstüren:

„Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Mágdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben.

Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?
Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.

Sie sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr.

Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht!“ (Mk. 16,1-5)

Nicht das leere Grab spricht davon, dass der Herr lebt, sondern ein Bote Gottes. Während die Frauen ratlos dem Toten die letzte Ehre erweisen wollen, weist ihnen der Engel den Weg zum Leben:
„Nun aber geht und sagt seinen Jüngern: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.“ (Mk. 16.7) Sucht Gott bei den Lebenden, nicht bei den Toten, das ist die Botschaft.

Der Engel sagt: „Erschreckt nicht!“
Immer, wenn Großes von Gott verkündet wird, übermittelt ein Engel die Heilsbotschaft mit den Worten: „Fürchtet euch nicht! Erschreckt nicht!“ Und immer übersteigt der Bote Gottes die Erwartungen der Menschen, die ihm begegnen.

Die Frauen suchten Gott bei den Toten, der Engel verkündet das Leben.
Die Texte der Osterliturgie sprechen sehr dicht von diesem Leben, dass Gott allein zu schenken vermag und dessen Garant Christus selber ist. So steht in den Osterlesungen beim Propheten Jesaja:
„Der Heilige Israels ist dein Erlöser, ‚Gott der ganzen Erde‘ wird er genannt.
Du wirst auf Gerechtigkeit gegründet sein. Du bist fern von Bedrängnis, denn du brauchst dich nicht mehr zu fürchten, und bist fern von Schrecken, er kommt an dich nicht heran.“ (Jes. 54. 5, 14)

Gott ist kein Stein zu groß; er selbst wälzt ihn weg, damit wir leben.

Das ist der Trost Gottes, die Botschaft des Auferstandenen, die Freude von Ostern: „Du brauchst dich nicht zu fürchten.“, denn der Herr geht dir voraus“, um allen nahe zu sein, die ihn suchen.

 

Foto und Text: Sr. Ingeborg Wirz OSU

März 2018

 

P1190804 März

Die diesjährige Fastenzeit erstreckt sich auf den gesamten Monat März.

So könnte der März eine Zeit der Besinnung, eine Zeit der Umkehr sein: Wo stehe ich, wohin gehe ich?

Aber was heißt Umkehr in meinem Leben? Wohin soll ich mich kehren?

Das Bild – ein Ausschnitt aus den Bernwardstüren im Hildesheimer Dom – könnte uns eine Ahnung von echter Umkehr geben:

Gott führt Adam dem neu geschaffenen Menschen, Eva, zu. Adam soll nicht allein sein, isoliert und einsam. Und wenn man das Bild genau betrachtet, sieht man: Gott tut es behutsam, damit Adam nicht sein Gleichgewicht verliert.

Umkehr könnte für uns heißen: nicht auf seinem eigenen, seinem eigenwilligen Weg beharren, sondern sich von Gott auf den Weg zum anderen lenken und leiten lassen, und dies mit offenen Armen. Mit offenen Armen dem anderen begegnen, mit offenen Armen auf den anderen zugehen, und Gott lenkt uns, achtet sorgfältig darauf, dass wir dabei nicht das Gleichgewicht verlieren, dass wir nicht „aus der Spur“ geraten. Und Gott scheint hier den Adam auch ein bisschen zu schieben, wo er zögerlich scheint. Umkehr kann dann auch heißen, sich und anderen Mut machen zu Begegnung, Begegnung mit offen Armen – und auf Augenhöhe. Und sich dabei auf Gott verlassen, der ein bisschen „nachhilft“ und Sorge trägt, dass wir die Balance behalten. So könnte Umkehr gelingen.
 

Foto und Text: Sr. Ingeborg Wirz OSU

Februar 2018

 

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Text und Foto: Sr. Ingeborg Wirz OSU

    Ein Schneeglöckchen – Vorbote des kommenden Frühlings,
     - ein Vorbote hellerer Tage,
     - ein Vorbote grüner Wiesen,
     - ein Vorbote bunter Blumenpracht,
     - ein Vorbote großer Lebensfülle – jetzt aber nur klein und unscheinbar.

     

    Gleich zu Beginn des Monats Februar feiert die Kirche ein Fest „Darstellung des Herrn“.
    Früher hieß dieses Fest „Mariä Lichtmess“, um anzudeuten, dass Gottes Herrlichkeit in seiner Menschwerdung anbricht, bei der Darstellung im Tempel das Licht des lebendigen Gottes „aufbricht“.
    „Darstellung des Herrn“: Ein kleines Kind wird von seinen Eltern im Tempel dem Herrn geweiht, und der greise Simeon spricht in der Begegnung mit dem Kind die prophetischen Worte:
    „Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ (Lk 2,30-32)
    So ist die Darstellung des Herrn im Tempel – die Hingabe eines kleinen Kindes an Gott, seinen Vater – Vorbote für die größere Herrlichkeit, die dieses Kind in die Welt bringt, und die Simeon umschreibt mit „Licht, das die Heiden erleuchtet“, „Heil, das allen Völkern bereitet ist“.
    Sie ist Vorbote, weil Gott nach diesem scheinbar kleinen, unbedeutenden Ereignis im Tempel Großes verheißt, mehr noch in Jesus Unerhörtes vollbringt, zum „Heil aller Völker“.