Der Sommer hat begonnen mit für uns schwer erträglicher Hitze. Psalm 63, der häufig im Stundengebet vorkommt, liegt nahe:
„Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir. Nach dir schmachtet mein Leib, wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.“ (Ps. 63, 2-3)
Aber sehnen wir uns wirklich nach einem Gott, der doch Frieden und Gerechtigkeit verheißt? Und sehnen wir uns so danach, wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser?
Im Juli feiert die Kirche eine Heilige, Maria Magdalena, die die Abwesenheit des Gekreuzigten, das Entschwinden Gottes aus ihrer wahrnehmbaren Welt so sehr schmerzt, dass sie den Auferstandenen nicht erkennt, den sie als Gärtner sieht. Im Erfurter Ursulinen Kloster gibt es einen Magdalenen Teppich (1460/1480) mit einer Darstellung dieser Begegnung.
Bemerkenswert an dieser Geschichte ist für mich, dass – erst bei ihrem Namen genannt – sie den Auferstandenen sofort erkennt.
Beim Namen gerufen werden ist wohl das Geheimnis des Zugangs zum Wissen, dass Gott uns näher ist, als wir meinen.
Text/Foto: Sr. Ingeborg Wirz OSU